Die Vermehrung der Fuchsien erfolgt in der Regel über Stecklinge, damit die Sortenreinheit erhalten bleibt.
Zum Stecken benötigen wir verschiedene Materialien: |
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Als erstes werden natürlich Töpfchen benötigt, in denen die Stecklinge ihre ersten Wochen verbringen werden.
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:
In Fuchsiengärtnereien werden kleine Gittertöpfchen (Ø ca. 5cm) benutzt. Diese Kunststofftöpfe sind leicht und mehrmals zu verwenden. Besonders in den Töpfchen mit Schlitzen bewurzeln die Stecklinge sehr gut.
Leider sind sie nicht überall zu bekommen (Ich hebe mir immer die Töpfchen von meinen Stecklingseinkäufen auf).
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Eine weitere gute Alternative sind kleine Tontöpfe, die in jedem Baumarkt zu bekommen sind. Die Stecklinge bewurzeln gut, man muß allerdings beachten, das Fuchsien in Tontöpfen einen erhöhten Wasserbedarf haben, da durch die poröse Wandfläche zusätzliches Wasser verdunstet. |
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Man kann sich natürlich auch mit einem Potmaker, so weit ich weiß, in England weit verbreitet, seine Töpfe selbst herstellen. Dann spart man sich auf jeden Fall das Austopfen, weil der sich bildende Wurzelballen nach dem Durchwurzeln, mitsamt dem Zeitungspapier eine einen größeren Topf gepflanzt wird.
Auch Jiffi-Töpfchen oder ähnliches können benutzt werden. |
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Für diejenigen, die weder die eine noch die andere Topfart zur Verfügung haben, bietet sich an, kleine Plastik-Schnapsgläser zu benutzen (natürlich muß man Löcher in den Boden bohren). Diese Gläschen haben den unschlagbaren Vorteil, das man genau beobachten kann, wie sich die Wurzeln der Stecklinge entwickeln. |
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Die Töpfchen werden nun mit Anzuchterde gefüllt. Die Erde beim Einfüllen nicht festpressen, sondern besser durch Aufstoßen des Töpfchens auf die Tischplatte etwas verdichten. (Keine Blumenerde oder ähnliches verwenden, da ist zu viel Dünger drin.)
Damit die Stecklinge genug Wasser zur Verfügung haben, stelle ich die befüllten Töpfchen in eine Wanne oder ähnliches und lasse die Erde mit Wasser vollsaugen. Das reicht dann für mindestens zwei Wochen.
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Nun geht es daran, die Stecklinge zu schneiden.
Ich nehme am liebsten Kopfstecklinge und die Blattpaare direkt darunter. Die Bewurzelung klappt am besten im Frühjahr, wenn die überwinterten Fuchsien die ersten Triebe bilden.
Bei einer Trieblänge von drei bis vier neuen Blattpaaren, bei Fuchsien mit großen Internodien (d.h. den Abständen zwischen den Blättern) auch schon eher, muß sowieso entspitzt werden und man hat gleich die schönsten Stecklinge.
Diese sollten vorsichtig mit einem sehr scharfen Messer abgeschnitten werden. Eine Schere sollte man nicht benutzen, da damit die Leiterbahnen gequetscht werden und die Stecklinge dann nicht mehr gut bewurzeln. |
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Die Stecklinge werden kurz über dem darunterliegenden Blattpaar geschnitten. Dabei muß darauf geachtet werden, das eventuell schon entstehende Seitentriebe in den Blattachseln nicht verletzt werden. Die Stiele sollten ungefähr 1-2 cm lang sein, sind sie länger werden sie gekürzt. |
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Die frisch geschnittenen Stecklinge werden nun mit der Schnittstelle in Bewurzelungspulver getaucht (das gibt es je nach Hersteller auch in flüssiger Form) und bis zu den ersten Blättchen in die vorbereiteten Töpfchen gesteckt.
Bei weichen Trieben pickst man am besten vorher ein kleines Loch in die Anzuchterde damit die Stecklinge nicht aus Versehen abknicken.
Sollte kein Bewurzelungspulver vorhanden sein (nur zum Ausprobieren und für wenige Stecklinge lohnt sich die Ausgabe wahrscheinlich nicht), kann man auch ohne auskommen. Die Bewurzelung dauert dann aber etwas länger und man hat weniger Erfolg, d.h. das weniger Stecklinge Wurzeln bilden.
Dabei muß man sagen, daß manche Sorten leider nur mit Mühe und sehr schwer zum Bewurzeln zu überreden sind, ohne Bewurzelungspulver hat man da kaum eine Chance zu neuen Pflanzen zu kommen. |
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Sind die Stecklinge fertig, brauchen sie eine warme und feuchte Umgebung. Für die ersten Wochen empfiehlt sich ein Minigewächshaus. Die gibt es für wenige Euro in jedem Baumarkt.
Natürlich gibt es auch welche auch mit Heizung. Das ist aber nur für die Leute interessant, die es überhaupt nicht abwarten können und schon möglichst früh im Jahr Stecklinge ziehen wollen, nötig ist es nicht.
Wenn man nur wenige Stecklinge machen möchte, kann man auch eine durchsichtige Plastiktüte (Gefriertüte) über die besteckten Töpfchen ziehen.
Das Wichtige dabei ist, das in den ersten Wochen eine "gespannte" Luft herrscht. Das heißt: eine mit viel Feuchtigkeit gesättigte Luft. Diese ermöglicht es dem Steckling, seine Blattverdunstung zu reduzieren, da ihm ja noch die Wurzeln fehlen um für Wassernachschub zu sorgen. |
Nach nur wenigen Stunden mit Stecklingstöpfchen sieht das Gewächshaus dann so aus.
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Anhand des beschlagenen Deckels kann man genau sehen, ob noch genug Wasser vorhanden ist. Nimmt der Niederschlag auf dem Deckel ab, muß etwas Wasser in die untere Schale gegossen werden. Dabei dürfen die kleinen Töpfe aber nicht im Wasser stehen. Nur so viel zugießen wie aufgesaugt werden kann, sonst könnten die gerade entstehenden Würzelchen gleich verfaulen. Im Zweifelsfall das restliche Wasser nach ca. einer Vietelstunde aus der Schale ausgießen.
Nach ca. zwei Wochen können die Belüftungen des Minigewächshauses für einige Zeit aufgemacht werden. Jeden Tag ein wenig länger. Damit gewöhnen sich die kleinen Pflänzchen langsam an die normale Umgebungsluft bis man den Deckel schließlich ganz herunternehmen kann. |
Ist die Bewurzelung dann soweit fortgeschritten das man die Wurzeln sehen kann wie auf dem Foto rechts oder die ersten Wurzelspitzen aus den Abzugslöchern wachsen, kann in einen größeren Topf umgepflanzt werden. Ein guter Hinweis ist auch die Bildung von neuen Blättchen.
Das dauert je nach Fuchsiensorte sehr unterschiedlich lange, deshalb kann ich hier keine genaue Zeitspanne nennen. |
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Zum Umtopfen kann man jetzt normale Blumenerde verwenden, die für die nächsten Wochen ausreichend Nährstoffe bietet. Hornspäne oder andere Zusätze können die neuen Wurzeln noch nicht vertragen.
Die frisch bewurzelten Fuchsien dürfen nicht in einen zu großen Topf umgepflanzt werden. Eine Größe von 9 cm Durchmesser reicht vollkommen aus damit die neue Erde zügig durchwurzelt werden kann. Ist der Topf zu groß benötigen die Pflanzen zu lange zum Durchwurzeln und wachsen nicht gut weiter. |
| Hat man alles richtig gemacht, sieht es dann bald so aus. |
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